Wer meinen Blog schon länger kennt, wird den Wechsel vielleicht gar nicht sofort bemerkt haben und genau das ist eigentlich ein gutes Zeichen. Die Inhalte sind dieselben, die URLs ebenfalls. Was sich verändert hat, ist das Fundament darunter: das Hugo Theme.
Lange Zeit lief dieser Blog mit:
Einem schlanken, schnellen und weit verbreiteten Theme für Hugo.
PaperMod hat seinen Job gut gemacht und ich war damit auch zufrieden. Im Laufe der Zeit hatte ich einiges angepasst und erweitert. Ein Hugo Update hatte außerdem einige Änderungen an den Language Parametern mit sich gebracht, die ich anpassen musste.
Zufällig stieß ich dann auf Blowfish und was ich dort sah, sprach mich sofort an. Nicht weil PaperMod schlecht war, sondern weil Blowfish einige nützliche Funktionen mitbringt, die direkt der Benutzerfreundlichkeit des Blogs zugute kommen und die ich bei PaperMod selbst hätte nachbauen müssen.
Was mich an Blowfish überzeugt hat#
Blowfish ist ein modernes Hugo Theme von Nuno Coração, das auf Tailwind CSS aufbaut und optisch deutlich moderner wirkt als PaperMod. Aber nicht nur das Aussehen hat mich überzeugt, sondern überwiegend die Features, die im Alltag wirklich einen Unterschied machen.
GitHub-style Alerts direkt in Markdown und das ohne eigene Shortcodes:
So sieht eine Notiz aus, direkt in Markdown geschrieben.
Bei PaperMod hätte ich dafür einen eigenen Shortcode und CSS schreiben müssen.
Bei Blowfish tippe ich einfach > [!NOTE] und fertig.
Repo-Karten für GitHub, Forgejo und Codeberg, Icon-Support, eingebaute Suche als Overlay, Zen-Modus zum ablenkungsfreien Lesen, Barrierefreiheits-Einstellungen (Schriftgröße, Blur, Links unterstreichen) und all das bringt Blowfish von Haus aus mit, ohne dass ich selbst Hand anlegen muss.
Dazu kommt eine sehr aktive Community und eine Dokumentation, die wirklich gut ist.
Die Migration war mehr Arbeit als gedacht aber es lohnt sich#
Ich wäre unehrlich, wenn ich sagen würde, die Migration war einfach. Blowfish
hat eine andere Konfigurationsstruktur als PaperMod, denn statt einer einzigen
hugo.yaml gibt es mehrere Dateien unter config/_default/:
config/_default/
├── hugo.toml
├── languages.de.toml
├── languages.en.toml
├── languages.es.toml
├── markup.toml
├── menus.de.toml
├── menus.en.toml
├── menus.es.toml
└── params.tomlDas klingt zunächst nach mehr Aufwand aber ist auf lange Sicht deutlich übersichtlicher, besonders bei einem mehrsprachigen Blog wie meinem.
Die eigentliche Fleißaufgabe war die Migration aller Beiträge auf
Page Bundles: Statt einzelner .md-Dateien bekommt jeder Artikel seinen
eigenen Ordner mit index.md, index.de.md, index.es.md und allen
zugehörigen Bildern direkt daneben. Das macht das Projekt insgesamt viel
aufgeräumter.
content/posts/my-blogpost/
├── background.webp
├── featured.webp
├── index.de.md
├── index.es.md
└── index.mdWas ich selbst gebaut hatte und was Blowfish einfach mitbringt#
Bei PaperMod war ich nicht mit dem Standard zufrieden und hatte im Laufe der Zeit einiges selbst nachgebaut oder angepasst: ein erweitertes Inhaltsverzeichnis (TOC), eine Series-Funktion für mehrteilige Artikel und die Integration von Cactus Comments, dem datenschutzfreundlichen Kommentarsystem auf Basis von Matrix.
Blowfish bringt TOC und Series bereits von Haus aus mit, alles konfigurierbar
über params.toml, kein eigener Template-Code nötig. Das hat mir einige
selbstgebaute Partials erspart, die ich nach der Migration einfach löschen
konnte.
Cactus Comments habe ich weiterhin im Einsatz, weil es perfekt zu meinem
selbst gehosteten Matrix Homeserver passt. Die Integration läuft jetzt über
Blowfishs offiziellen comments.html-Hook, das sogar sauberer als vorher, und ich
konnte dabei gleich ein Update auf die neue Cactus-Version einspielen, die
Mehrsprachigkeit und isAuthenticated unterstützt.
Letzteres war besonders wichtig: Auf Synapse-Seite konnte ich dadurch
enable_authenticated_media: true wieder aktivieren, was die Mediensicherheit
deutlich verbessert.
Catppuccin als Farbschema#
Wer meinen Blog kennt, weiß, dass Catppuccin meine favorisierte Palette ist,
sowohl im Terminal, in Neovim als auch bei meinem Blog. Blowfish unterstützt
eigene Color Schemes über eine einfache CSS-Datei unter
assets/css/schemes/catppuccin.css.
Das Besondere: Blowfish nutzt Tailwind CSS mit CSS-Variablen für alle Farben. Damit lässt sich Catppuccin Latte (Light Mode) und Catppuccin Mocha (Dark Mode) sauber abbilden:
--color-neutral-*für die Hintergrund- und Textfarben--color-primary-*für Blau (Links, Buttons)--color-secondary-*für Mauve (Inline-Code, Badges)
Das Ergebnis ist ein Blog, der sich in meiner gesamten Linux-Umgebung zu Hause fühlt.
Was ich vermisse#
Ehrlichkeit gehört dazu: PaperMod war schneller. Es ist ein minimalistisches Theme ohne viel Overhead, und das merkt man an den Build-Zeiten und am Seitengewicht. Blowfish bringt mehr JavaScript und CSS mit, das ist nichts Dramatisches, aber sollte erwähnt werden.
Außerdem ist Blowfish auf Tailwind aufgebaut, was bedeutet: Wer eigene Anpassungen machen will, muss die Tailwind-Klassen kennen oder bereit sein, etwas zu lernen. Das ist kein Nachteil, aber ein Unterschied zu PaperMod, wo man einfach CSS-Variablen überschreiben konnte.
Fazit#
Der Wechsel hat sich gelohnt. Blowfish ist optisch moderner, feature-reicher und macht vieles möglich, das ich bei PaperMod selbst hätte bauen müssen. Die Migration war aufwendig, aber es hat sich gelohnt und der Blog steht jetzt auf einem soliden Fundament.
Wer Hugo nutzt und über ein Theme nachdenkt, dem empfehle ich, einen Blick auf blowfish.page zu werfen. Die Demo-Seite zeigt viele der Features live, und der Einstieg ist mit der ordentlichen Dokumentation gut machbar.
Falls du Fragen zur Migration oder zur Catppuccin-Anpassung hast, schreib gerne einen Kommentar!
Liebe Grüße
Sebastian






